Die Wahlen in Frankreich und Griechenland letzten Sonntag zeigen eindeutige Tendenzen. Die Bevölkerung der jeweiligen Länder hat genug vom Sparen und ist gierig nach neuen Impulsen aus der Krise. Als Resultat dieser Unmut über die aktuelle Politik wurde in Frankreich der amtierende Präsident abgewählt und ein linker Präsident gewählt. Dieser fordert ein Ende des einseitigen Sparens und möchte druck auf die EU ausüben um auch einen Wachstumspakt abzuschließen. Dieser soll, vor allem in seinem Land, wieder für einen wirtschaftlichen Aufschwung sorgen. Bemerkenswert bei den Wahlen, sowohl in Griechenland als auch in Frankreich, ist die Zunahme der radikalen Parteien. Sie sind die wahren Gewinner der Wahlen. In Ihnen spiegelt sich die pure Verzweiflung der Bevölkerung und teilweise die Abneigung gegen die EU und die Währungsunion.
Doch was nun? In Griechenland kommt aktuell keine Regierung zustande. Die Parteien die den Schuldenschnitt mit verhandelt haben, haben nicht mehr genug Stimmen um eine Mehrheit zu erhalten. Mit den verbliebenen Splitterparteien ist keine Koalition möglich. Es wird wohl erneut auf Neuwahlen hinauslaufen, der Ausgang dieser ist erneut ungewiss. Eine linke Partei in Griechenland fordert sogar, dass man einfach nicht die Schulden zurückzahle und dementsprechend selbst die Währungsunion verlassen soll. Ähnliche Töne hört man auch aus den radikalen Lagern in Frankreich. Diese sind zwar nicht ganz so extrem wie der Austritt aus der Währungsunion, aber es sind die Stimmen gegen das Sparen.
Die Politiker und die Bevölkerung hat es anscheinend nicht verstanden, dass man nicht immer nur ausgeben kann. Die Schulden die diese Staaten heute aufnehmen müssen in der Zukunft zurückgezahlt werden. Es werden die Lasten der zukünftigen Generationen sein, die diese Lasten eines Tages austragen müssen. Dementsprechend nimmt Deutschland eine vorbildliche Rolle ein, indem es versucht seine Schulden schon heute zu beseitigen und nicht auf kommende Generationen abzuwälzen.